Seefahrtschule Elsfleth

Während des Krieges 1914/18 wurden in der Schule auch Lehrgänge zur Ausbildung von Koppelmaaten der Kriegsmarine abgehalten und im Kriegsjahr 1916 erhielten alle Navigationsschulen einheitlich den Namen „Seefahrtschule“.

Im Jahre der Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen der Seefahrtschule Elsfleth, 1932, wurde aus der einheimischen Bevölkerung heraus der „Verein der Freunde der Seefahrtschule“ gegründet. In einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1932 ist zu lesen:



1948 - während der Währungsreform - ermöglichte der Verein mittellosen Seefahrtsschülern die Ausbildung zu beenden. Viele Elsflether Bürger trugen durch zahlreiche Hilfsmaßnahmen, die vom Verein koordiniert wurden, dazu bei. So wurden Darlehen gewährt, Unterkunft auf Kredit und kostenloser Mittagstisch geboten. Etliche Ausbildungsgegenstände im Schulgebäude und zahlreiche Bücher in der Bibliothek stammen von den Freunden der Seefahrtschule. Auch heute ist es noch unverändertes Ziel des Vereins, bei auftretenden Problemen für den Fachbereich oder die Studierenden aktiv helfend einzugreifen. Im Auftrag der „Robert-Müller-Stiftung“, Hamburg, werden Studiendarlehen vermittelt und verwaltet.

Mit dem Übergang der Seefahrtschule auf den Fachbereich Seefahrt der Fachhochschule Oldenburg und später auf die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven geht auch die Zielrichtung des Vereins auf den Fachbereich Seefahrt in Elsfleth über.

Ebenfalls im Jahre 1932 beabsichtigte der Oldenburger Landtag aus Sparsamkeitsgründen die Schließung der Schule. Um diesen Plan zu verhindern, machte die Elsflether Stadtverwaltung und Dr. Möller in eindrucksvollen Sätzen im Oldenburger Anzeiger vom 29. September klar, welche Bedeutung die Schule in unserer Region hatte:



Die Seefahrtschule wurde nicht geschlossen und in jenem Jahr übernahm Professor Immler die Leitung, allerdings nur bis zum Jahre 1936, dem Zeitpunkt seiner Abberufung in das Reichsluftfahrtministerium.
Die Seefahrtschule besaß bis zum Jahre 1943 neben einer großen Lehrmittelsammlung die beste Fachbibliothek ihrer Art in Deutschland. Gegen Ende des Krieges wurde die Schule unter Kapitän Wiese, dem damaligen Leiter, nach Danzig verlegt, wo schon kurze Zeit später das gesamte Material in den Kriegswirren verloren ging und angeblich vernichtet wurde. Bald nach dem Waffenstillstand versuchte die Elsflether Stadtverwaltung, wieder eine Seefahrtschule zu erhalten. Bereits Ende 1945 genehmigte die Militärbehörde bereits Lehrgänge zur Vorbereitung auf Küstenfahrt und Küstenfischerei und Ende 1946 begann in Elsfleth der erste neue Lehrgang für Steuerleute. Unter der Leitung von Kapitän Hans Kruse gelang es dem Lehrkörper bald, im Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung, erneut eine leistungsfähige Schule aufzubauen. Ab April 1955 führte der Leiter der Schule die Dienstbezeichnung „Oberseefahrtschuldirektor“; die Ernennung unterstrich die Bedeutung der Schule, die diese neben Hamburg und Bremen hatte.

Trotz eines im Jahre 1952 erfolgten Anbaus reichte die Kapazität der Schule auch danach bei weitem nicht aus. Auch entsprachen die Räumlichkeiten nicht den modernen Anforderungen, die an eine solche Fachschule gestellt werden mussten. Damit deutsche Schiffsoffiziere Ihrem Ansehen nach weiterhin an der Spitze der Nationen bleiben, entschlossen sich die Verantwortlichen des Landes Niedersachsen, dass den jungen Nautikern das beste Wissen und Können nur in einer neuen, mit modernen technischen Einrichtungen versehenen Unterrichtsstätte vermittelt werden kann. Im Frühjahr 1959 begann der Bau der heutigen Seefahrtschule, in das die erste Klasse im März 1961 einzog. Für die traditionsreiche Schule, die zu diesem Zeitpunkt 129 Jahre alt war und an der inzwischen ein Direktor, drei Studienräte, 14 Nautiker und ¯ nebenberuflich ¯ zwei Ärzte modernes Wissen vermittelten, hatte ein neuer Abschnitt begonnen.

Die Jahre 1961 bis 1971 sind geprägt von Investitionen in neue technische Einrichtungen, der Gründung des AStA, und dem Kampf der Studenten und Dozenten um Einbeziehung, der mittlerweile höheren Fachschule, in den Akademie-(Fachhochschul-) Gesetzentwurf.