Elsfleth

Bereits im 13. Jahrhundert wurde Elsfleth als Flecken erwähnt. Seine Bedeutung hat der Ort durch seinen Hafen mit einem großen Segelschiffpark erhalten. Aus diesem Grunde wurden dem Flecken Elsfleth im Jahre 1856 die Stadtrechte verliehen.

Für die Entstehung des Namens gibt es verschiedene Deutungen. Einmal soll er aus „Erlenfleth“ entstanden sein. Unter Fleet oder Fleth versteht man einen schmalen, schiffbaren Wasserlauf, eine Art Kanal. An diesem Wasserlauf sollen Erlen gestanden haben. Nach anderer Darstellung ist der Name von „Aalsfleth“ abgeleitet worden, weil in den zahlreichen Gewässern um Elsfleth sehr viele Aale gefangen wurden.

Elsfleth lag ursprünglich auf einer Insel, die im Westen durch die „Wester Weser“ oder die Linie, die bei dem jetzigen Booshafen landeinwärts führte, begrenzt wurde. Im Norden waren Wester-Weser und Oster-Weser durch einen Wasserarm verbunden.

Seit der Weserkorrektion in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts liegt Elsfleth an der Westergate, bis dahin führte der Hauptweg nach Bremen an Elsfleth vorbei.

Dieser günstigen Lage wegen war Elsfleth eng mit der Schifffahrt und dem Schiffbau verbunden. Im Jahre 1870 haben in Elsfleth fünf Schiffswerften bestanden. Allein auf der Werft Johann Ahlers wurden für die Rechnung eines Bremer Reeders 125 Schiffe gebaut. Noch nach 1870 gab es über einhundert in Elsfleth beheimatete große Segelschiffe, die den Namen „Elsfleth“ in alle Welt trugen.

Zu dieser Zeit war Elsfleth der drittgrößte Reedereiplatz in Deutschland nach Hamburg und Bremen neben Rostock. Allerdings verminderte sich der Schiffspark nach 1875 zusehends mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt. Im Jahre 1892 waren hier nur noch 62 Schiffe beheimatet, und 1905 verkaufte der letzte der 22 Reeder sein Schiff.

Die größte Bedeutung für den Oldenburger Staat erlangte Elsfleth vom Jahre 1624 an. Der damalige Herrscher des Oldenburger Landes, Graf Anton Günther, führte den Weserzoll ein, der dem Lande vor allen Dingen auch dem Ort Elsfleth einen bedeutenden Aufschwung gebracht hat. Im Jahre 1653 soll dieser Zoll dem Oldenburger Staat etwa 17000 Thaler und Ende des 18. Jahrhunderts sogar 100 000 Thaler jährlich eingebracht haben.